Gebührenfaktoren

Gebührenfaktoren sind Daten über eine beaufsichtigte Bank oder Bankengruppe, die zur Berechnung der jährlichen Aufsichtsgebühr herangezogen werden.

Zur Ermittlung der von jeder beaufsichtigten Bank oder Bankengruppe zu entrichtenden jährlichen Aufsichtsgebühr werden die jährlichen Gesamtkosten je Kategorie – bedeutend oder weniger bedeutend – den einzelnen Banken oder Bankengruppen auf Basis der „Gebührenfaktoren“ zugerechnet.

Die Gebührenfaktoren basieren auf der Größe und dem Risikoprofil, einschließlich risikogewichteter Aktiva, einer Bank. Sie berechnen sich aus dem Gesamtwert der Aktiva und dem Gesamtrisikobetrag. Diese Faktoren werden auf der obersten Konsolidierungsebene der beaufsichtigten Banken ermittelt und erhalten die gleiche Gewichtung.

Verordnung der EZB über Aufsichtsgebühren

Zur Berechnung der jährlichen Aufsichtsgebühr für Banken und Bankengruppen, die aufgrund „besonderer Umstände“ als weniger bedeutend eingestuft wurden, werden Gesamtaktiva in Höhe von maximal 30 Mrd € zugrunde gelegt. Dies entspricht dem Schwellenwert für das Größenkriterium zur Bestimmung der Bedeutung einer Bank.

SSM-Verordnung: Artikel 6 Absatz 4

SSM-Rahmenverordnung Artikel 70 und 71

Die Summe der Gesamtaktiva und die Summe des Gesamtrisikobetrags aller Gebührenschuldner werden auf der Website der EZB veröffentlicht.

Schätzen Sie Ihre Gebühr

Bereitstellung der Gebührenfaktoren

Die Gebührenschuldner teilen ihren zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden bis zum 1. Juli jedes Jahres die jährlichen Gebührenfaktoren per Stichtag 31. Dezember des Vorjahres mit.

Sobald die EZB die Daten betreffend die Gebührenfaktoren abschließend ermittelt hat, können die Gebührenschuldner innerhalb von fünf Werktagen zu den Daten Stellung nehmen, falls sie diese als unrichtig erachten. Anschließend werden die Gebührenfaktoren zur Berechnung der jeweiligen Aufsichtsgebühren herangezogen. Die Gebührenschuldner werden anhand der an die EZB übermittelten Kontaktdaten benachrichtigt, wenn die Daten betreffend die Gebührenfaktoren zur Stellungnahme zur Verfügung stehen.

Wenn ein Gebührenschuldner keine die Gebührenfaktoren betreffenden Daten bereitstellt, bestimmt die EZB die fehlenden Gebührenfaktoren auf Grundlage von verfügbaren Informationen selbst. Ein solches Versäumnis gilt als Verstoß gegen die Verordnung der EZB über Aufsichtsgebühren und kann Sanktionen nach sich ziehen.