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Was geschieht, wenn eine Bank ausfällt oder auszufallen droht?

20. Februar 2026 

Banken spielen eine bedeutende Rolle für die Wirtschaft. Sie vergeben Kredite, nehmen Einlagen herein und ermöglichen Bezahlvorgänge. All diese Dienste sind für Privatpersonen und Unternehmen sehr wichtig – und müssen weiter bestehen, selbst wenn eine Bank ausfällt. Hinzu kommt, dass das Finanzsystem sehr eng verflochten ist. Von früheren Finanzkrisen wissen wir, wie schnell sich Probleme im Finanzsystem ausbreiten können, wenn nicht wirksam gegengesteuert wird.

Wenn eine Bank ausfällt oder ein Ausfall droht, steht es schlecht um ihre finanzielle Solidität. Eventuell muss die Bank dann abgewickelt oder liquidiert werden.

Und hier kommen unsere Aufseherinnen und Aufseher ins Spiel: Sie prüfen, ob größere direkt von ihnen beaufsichtigte Banken ausfallen oder ein Ausfall droht. Bei kleineren Banken übernehmen die nationalen Aufsichtsbehörden diese Aufgabe. Wie es um die finanzielle Solidität einer Bank bestellt ist, können auch Abwicklungsbehörden wie der Einheitliche Abwicklungsausschuss feststellen.

Was ist, wenn mein Geld bei einer Bank liegt, die als ausgefallen gilt oder bei der ein Ausfall wahrscheinlich ist?

In allen EU-Mitgliedstaaten gibt es Einlagensicherungssysteme, die Bankkundinnen und -kunden entschädigen, wenn deren Bank Kundengelder nicht mehr auszahlen kann. Einlagen sind bis zu einem Betrag von 100 000 € geschützt. Alle Banken sind dazu verpflichtet, an einem solchen Sicherungssystem teilzunehmen und in den zugehörigen Einlagensicherungsfonds einzuzahlen.

Warum wird festgestellt, dass eine Bank (wahrscheinlich) ausfällt?

Dafür gibt es unterschiedliche Gründe.

Schwerwiegende Verstöße gegen regulatorische Anforderungen

Die Bank verstößt gegen bedeutsame regulatorische Anforderungen wie Vorgaben zum Mindestkapital, oder es zeichnet sich ab, dass sie diese nicht erfüllen wird. Diese Verstöße müssen schwerwiegend genug sein, um den Entzug der Bankzulassung zu rechtfertigen.

Insolvenz oder unzureichende Liquidität

Die Bank ist gegenwärtig oder voraussichtlich künftig nicht in der Lage, ihre Schulden bei Fälligkeit zu begleichen. Oder ihre Verbindlichkeiten übersteigen ihre Vermögenswerte.

Auf außerordentliche finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Mitteln angewiesen

Die Bank benötigt nicht autorisierte staatliche Beihilfen, um ihren Geschäftsbetrieb fortsetzen zu können.

Bei der Prüfung, ob ein Ausfall vorliegt oder wahrscheinlich ist, stützen sich die Fachleute auf eine Reihe einschlägiger Indikatoren. Für die Einschätzung, ob sich eine Bank erholen kann, ist jedoch vor allem Expertenwissen gefragt.

Welche Folgen hat die Feststellung, dass eine Bank (wahrscheinlich) ausfällt?

Eine Abwicklung hat zum Ziel, eine Bank wieder geschäftsfähig zu machen. Wenn eine Bank als ausfallgefährdet oder ausgefallen eingestuft wird, führt dies nicht automatisch zu ihrer Abwicklung.

Ist eine Bank als (wahrscheinlich) ausfallend eingestuft, übernimmt der Einheitliche Abwicklungsausschuss: Er prüft, ob sich der Ausfall innerhalb einer angemessenen Frist durch alternative Maßnahmen abwenden lässt und – falls nicht – ob die Abwicklung im öffentlichen Interesse liegt. Im öffentlichen Interesse liegt eine Abwicklung, wenn sie notwendig ist, um folgende Ziele zu erreichen:

  • Wenn so die Finanzstabilität gewahrt und verhindert wird, dass andere Finanzinstitute in Mitleidenschaft gezogen werden
  • Wenn so die Einlegerschaft und kritische Bankfunktionen geschützt werden
  • Wenn so möglichst wenig Mittel der öffentlichen Hand beansprucht werden

Gelangt der Einheitliche Abwicklungsausschuss zum Schluss, dass die Abwicklung nicht im Interesse der Öffentlichkeit ist, wird die Bank gemäß dem Insolvenzverfahren des jeweiligen Landes liquidiert.

Was bedeutet es für Banken und das Finanzsystem, wenn eine Bank abgewickelt wird?

Das Abwicklungsverfahren dient als Schutzschild für das Finanzsystem, denn es stellt sicher, dass ausfallende Banken strukturiert und geordnet abgewickelt werden.

Die Gefahr, als ausfallend oder wahrscheinlich ausfallend eingestuft zu werden, erinnert die Banken daran, wie wichtig gutes Risikomanagement, solide interne Governance und Kapitalplanung sind. Entscheidend sind auch glaubwürdige Sanierungspläne: Sie können dazu beitragen, dass die Banken erst gar nicht in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.

Das Abwicklungsverfahren, inklusive der Erklärung des (wahrscheinlichen) Ausfalls, erhöht die Widerstandskraft des gesamten Finanzsystems. Dank ihm können Banken ausfallen, ohne Krisen auszulösen, und die Abwicklungsbehörden haben Instrumente zur Hand, mit denen sie Ausfälle geordnet steuern können.

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