PRESSEMITTEILUNG

EZB-Bankenaufsicht führt Sensitivitätsanalyse zu den Auswirkungen von Zinsänderungen durch

28. Februar 2017
  • Schwerpunkt ist die Untersuchung der Auswirkungen von Zinsänderungen anhand der Standards des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht von 2016
  • Ergebnisse gehen in den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess ein
  • Sensitivitätsanalyse dürfte keine Änderung der Gesamtkapitalvorgaben nach sich ziehen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute eine Sensitivitätsanalyse auf den Weg gebracht, die sich schwerpunktmäßig mit dem Zinsänderungsrisiko in den Anlagebüchern direkt beaufsichtigter Banken befasst. Die Beurteilung der Zinsänderungsrisiken ist Teil des jährlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process – SREP). Von dem Stresstest erhofft sich die EZB hinreichende Informationen, um sich ein Bild von der Zinssensitivität der Aktiva und Verbindlichkeiten in den Anlagebüchern der Banken sowie von der Anfälligkeit der Nettozinserträge gegenüber hypothetischen Zinsänderungen zu machen. Die Gesamtkapitalvorgaben für die Banken – Anforderungen und Empfehlungen – dürften unter sonst gleichen Bedingungen unverändert bleiben.

Die EZB-Bankenaufsicht wird sechs Zinsschockszenarien anwenden, die auf den vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht im April 2016 veröffentlichten Standards zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch („Standards – Interest rate risk in the banking book“) beruhen. Diese Schockszenarien tragen unterschiedlichen Veränderungen in Höhe und Form der Zinsstrukturkurve Rechnung und liefern den Aufsehern Informationen darüber, wie sich die Schocks auf das wirtschaftliche Eigenkapital und die Nettozinserträge auswirken würden. Bei den Schocks handelt es sich nicht um realistische Prognosen für die Zinsentwicklung im Euroraum.

Die Ergebnisse des Stresstests werden im Rahmen des SREP erörtert. Die aufsichtlichen Kapitalvorgaben (hauptsächlich Säule-2-Empfehlungen) in den SREP-Beschlüssen 2017 werden nicht auf den quantitativen Ergebnissen des Stresstests beruhen, sondern auf der relativen Anfälligkeit der Banken gegenüber den beim Test angewandten Zinsschocks.

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