PRESSEMITTEILUNG

EZB wird im November 2015 umfassende Bewertung von neun Banken abschliessen

9. Oktober 2015
  • Veröffentlichung des Gesamtergebnisses der umfassenden Bewertung für das Jahr 2015 und der Ergebnisse auf Ebene der einzelnen Institute erfolgt im November
  • Umfassende Bewertung 2014 wirksames Instrument, um im Vorjahr festgestellten Kapitallücken entgegenzuwirken

Wie von der Europäischen Zentralbank (EZB) im ersten Halbjahr 2015 beschlossen, führt die Bankenaufsicht der EZB dieses Jahr eine umfassende Bewertung von neun Banken durch. Acht der neun Banken wurden bei der Bewertung im Jahr 2014 nicht berücksichtigt.

Die umfassende Bewertung, die eine Prüfung der Aktiva-Qualität und einen Stresstest umfasst, wird von der EZB im Einklang mit der im Vorjahr angewandten Methodik durchgeführt. Eine der Banken wird lediglich einem Stresstest unterzogen, der auf das laufende Jahr verschoben wurde. Die Ergebnisse für die einzelnen Banken werden auf ähnlichen Formblättern wie 2014 veröffentlicht.

Fünf der Banken waren bereits 2014 als bedeutende Banken im Sinne der SSM-Verordnung eingestuft, die die Kriterien für die direkte Beaufsichtigung einer Bank durch die EZB festlegt. Eine Bank wird als bedeutend eingestuft, wenn der Gesamtwert ihrer Aktiva 30 Mrd € oder 20 % des BIP des betreffenden Mitgliedstaats übersteigt oder sie zu den drei bedeutendsten systemrelevanten Banken eines teilnehmenden Mitgliedstaats zählt.

Die übrigen vier Banken könnten im Januar 2016 bedeutende Banken werden und unterliegen daher der Bewertung. Nähere Informationen zu den Banken, die der Bewertung unterzogen werden, sind hier abrufbar.

Bei der umfassenden Bewertung im Jahr 2014 – einer Überprüfung der Solidität von 130 Instituten, bevor die EZB die direkte Aufsicht übernahm – wurde eine Kapitallücke von 25 Mrd EUR bei 25 Banken ermittelt. Darüber hinaus wurden verbleibende Kapitallücken nach Berücksichtigung der 2014 ergriffenen Maßnahmen bei 13 dieser Banken festgestellt.

Die umfassende Bewertung hat sich als ein wirksames Instrument erwiesen, um die notwendigen Maßnahmen für die Erhöhung des harten Kernkapitals der 13 Banken und Korrekturmaßnahmen in Bezug auf qualitative Ergebnisse anzustoßen, die im Rahmen der Prüfung der Aktiva-Qualität bei einer größeren Zahl der teilnehmenden Banken identifiziert wurden. Zu den Maßnahmen, die von den Banken ergriffen wurden, zählten Desinvestitionen, Kapitalerhöhungen und Restrukturierungen sowie Verbesserungen des Risikomanagements und der Rechnungslegung für Aufsichtszwecke.

Die EZB wird auch weiterhin mit diesen und allen anderen der direkten Aufsicht unterliegenden Banken zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Institute über eine ausreichende Kapitalausstattung verfügen und Risiken im Rahmen der laufenden Aufsicht auf zukunftsorientierter Basis begegnet wird.

Medienanfragen sind an Herrn Ronan Sheridan unter +49 69 1344 7416 zu richten.

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