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PRESSEMITTEILUNG

EZB schließt Comprehensive Assessment für Tochtergesellschaften von UBS und Bank of America ab

5. Juni 2020

  • Das Comprehensive Assessment wurde nach der Verlagerung von Geschäftstätigkeiten infolge des Brexit erforderlich
  • Jede Bank wurde einer Prüfung der Aktiva-Qualität und einem Stresstest unterzogen
  • Die umfassende Bewertung ergab keine Kapitallücken

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute die Ergebnisse einer umfassenden Bewertung (Comprehensive Assessment) der UBS Europe SE und der Bank of America Merrill Lynch International Designated Activity Company veröffentlicht. Beide Banken mussten sich der Bewertung unterziehen, da sie nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union Geschäftstätigkeiten vom Vereinigten Königreich in den Euroraum verlagert hatten. Diese Verlagerung führte bei beiden Banken dazu, dass sie aufgrund des Größenkriteriums unter die direkte Aufsicht der EZB-Bankenaufsicht fallen.

Die EZB unterzieht alle Banken, die ihrer direkten Aufsicht unterstellt sind bzw. voraussichtlich unterstellt werden, einer umfassenden Bewertung. Diese besteht aus einem Stresstest und einer Prüfung der Aktiva-Qualität (Asset Quality Review – AQR).

Aus dem Comprehensive Assessment geht hervor, dass beide Banken keine Kapitallücken aufweisen, da sie die entsprechenden Grenzwerte aus AQR und Stresstest nicht unterschreiten. Von den Banken wird allerdings erwartet, dass sie auf die Prüfungsergebnisse eingehen und Maßnahmen ergreifen, um die im Rahmen der AQR festgestellten Mängel zu beheben.

Durch die AQR, die nicht Rechnungsprüfungs-, sondern Aufsichtszwecken dient, erhält die EZB eine stichtagsbezogene Bewertung des Buchwerts der Bankaktiva (im Fall der Tochtergesellschaften von UBS und Bank of America zum 30. Juni 2019). Mithilfe der AQR wird außerdem festgestellt, ob eine Stärkung der Eigenkapitalbasis der Bank erforderlich ist. Grundlage für die Durchführung der AQR bei den Banken war die im Juni 2018 veröffentlichte aktualisierte Fassung der AQR-Methodik der EZB.

Ergänzt wurde die AQR durch einen Stresstest, in dessen Rahmen geprüft wurde, wie sich die Eigenkapitalpositionen der Banken unter Zugrundelegung eines Basis- und eines adversen Szenarios im Dreijahreszeitraum von Mitte 2019 bis Mitte 2022 entwickeln würden. Hierbei kam die Methode des Stresstests 2018 der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zur Anwendung. Das Basisszenario wurde zu Beginn der Bewertung mit den neuesten Projektionen aktualisiert (vorwiegend mit den von Experten des Eurosystems gesamtwirtschaftlichen Projektionen für das Euro-Währungsgebiet und dem World Economic Outlook des IWF vom April 2019). Bei den dem Stresstestszenario zugrunde liegenden Annahmen konnte die aktuelle Covid-19-Krise nicht berücksichtigt werden, die erst im ersten Quartal 2020 ausbrach. Die EZB arbeitet derzeit an einem einheitlichen Ansatz zur Überwachung der Auswirkungen der Covid-19-Krise, der für alle beaufsichtigten Unternehmen gelten soll.

Die zur Ermittlung von Kapitallücken herangezogenen Grenzwerte deckten sich mit jenen vorheriger Prüfungen: eine harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) von 8 % für die AQR und das Basisszenario des Stresstests sowie eine CET1-Quote von 5,5 % für das adverse Stresstestszenario. Die CET1-Quote ist eine wichtige Messgröße für die finanzielle Solidität einer Bank.

Beide Banken haben der Veröffentlichung der Ergebnisse zugestimmt.

Tabelle 1

Entwicklung der CET 1-Quoten und sich ergebender Kapitalbedarf

Name der Bank

CET1-Quote Ausgangswert(1)

CET1-Quote nach AQR(1)

CET1-Quote Basisszenario(2)

CET1-Quote adverses Szenario(2)

CET1-Lücke

(in %)

(in %)

(in %)

(in %)

(in Mio €)

UBS Europe SE

26,07 %

26,07 %

25,59 %

18,96 %

0

Bank of America Merrill Lynch International Designated Activity Company

18,86 %

18,55 %

18,34 %

13,37 %

0

(1) CET1-Quote zum 30. Juni 2019.
(2) Niedrigste CET1-Quote im Dreijahreszeitraum des Stresstests.

Detaillierte Angaben zu den Ergebnissen des Comprehensive Assessment finden sich auf der EZB-Website zur Bankenaufsicht.

Medienanfragen sind an Frau Elizabeth Tepper (Tel.: +49 174 3086 505) zu richten.

Ansprechpartner für Medienvertreter

5 June 2020
Disclosure template - Bank of America Merrill Lynch DAC
5 June 2020
Disclosure template - UBS Europe SE